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Laverty freut sich über gewaltigen Erfolg in Monza

Thursday, 19 May 2011 08:22 GMT
Laverty freut sich über gewaltigen Erfolg in Monza
Eugene Laverty genoss vor zwei Wochen einen der großartigsten Tage seiner Rennkarriere, denn er stand zum ersten Mal auf dem Podium, gewann nicht nur sein erstes Rennen, sondern holte gleich den ersten Doppelsieg nach nur vier Rennen in seiner WSBK-Karriere in Monza für das Yamaha World Superbike Team. Wir schnappten uns den 24-jährigen Iren zum Gespräch, während er sich für die Überseeveranstaltung in Miller Motorsports Park in den USA vorbereitet.


Der Sonntag in Monza war ein sehr besonderer Tag für dich. Wie hast du dich gefühlt, als du am Abend zu Bett gegangen bist?
"Ich hatte es noch nicht wirklich realisiert. Ich weiß, dass das ein sehr überbewerteter Ausdruck ist, aber so war es wirklich. Ich saß in meinem Motorhome mit meiner Freundin Pippa und einigen Freunden und sah mir die Rennen erneut bei einer Tasse Tee an. Nachdem wir dann die letzten Runden vom zweiten Rennen gesehen hatten, war ich richtig aufgewühlt, also schob ich eine Folge der irischen Sitcom 'Father Ted' nach und versuchte mich zu beruhigen, bevor ich ins Bett ging! Am nächsten Abend habe ich realisiert, dass die ganze Erfahrung eigentlich noch bizarrer war. Ich erinnerte mich daran, dass ich Donnerstagnacht träumte, dass ich beide Rennen in Monza gewonnen hätte, also hatte ich das ganze Gefühlschaos schone inmal mitgemacht."


Du und dein Teamkollege, Marco Melandri, ihr seid aus verschiedenen Karrierewegen zum Team gekommen. Wie viele Informationen teilt ihr und ist es für die World Superbike besser 250er und World Supersport gefahren zu sein, anstatt MotoGP?

"Beide Seiten der Box teilen Informationen, das ist der Schlüssel zu unserem Erfolg in dieser Saison. Wir haben in den ersten Runden große Schritte nach vorn gemacht, denn Marco und ich geben oft ähnliches Feedback und deshalb war die Richtung klar. Wir haben zwar verschiedene Karrierestufen durchlaufen, aber am Ende des Tages wird ein großartiger Fahrer herausfinden, wie er am schnellsten um die Strecke fährt, egal auf welchem Motorrad. Ich war auf der R1 gleich schnell, als ich sie in Magny-Cours zum ersten Mal fuhr, aber bei Marco war es genauso bei seiner ersten Ausfahrt in Valencia. Das beweist, dass die Lücke zwischen Straßenmotorrädern und Rennbikes viel kleiner ist, als jemals zuvor."


Vor zwei Jahren war Ben Spies Rookie in deinem aktuellen Team. Er gewann die Weltmeisterschaft beim ersten Versuch und ging gleich in die MotoGP. Letztes Jahr kam Cal Crutchlow als Rookie ins Team, gewann verschiedene Pole-Positions und einige Rennen und folgte daraufhin Spies in die MotoGP. Spürst du Druck, den hohen Standards der vorhergehenden Rookies gleichkommen zu müssen und willst du ähnlich schnell in die MotoGP wechseln?
"Meine Situation ist ganz anders als die von Ben und Cal. Beide sind schon einige Jahre zuvor Superbikes in heimischen Meisterschaften gefahren und deshalb wurde von ihnen erwartet, dass sie schnell siegen. Das Team setzt mich absolut nicht unter Druck, diese Saison wurde zum Lernjahr erklärt. Natürlich wird sich diese Einstellung nach unserem fantastischen Sieg in Monza ein bisschen ändern, aber dann wird es wieder Momente geben, in denen wir uns daran erinnern, dass dies meine erste Superbike-Saison ist. Wenn man allein nach Donington zurückblickt: Ich hatte dort Probleme, weil ich noch nicht genügend Erfahrung in der Superbike habe. Ich habe erst meine vierte Runde in der Superbike-Weltmeisterschaft hinter mir, also sollte ich mir selbst einmal nicht zuvor kommen!"


Die Zuschauer in Monza waren den Fahrern auf dem Podest wegen Max Biaggis Strafe eher feindlich gesinnt. Wie hast du die Reaktionen empfunden und denkst du, dass die Strafe gerecht war?
"Darüber wurde nach Monza natürlich viel gesprochen, aber es ist so einfach, wie es sich anhört: In den letzten Jahren waren die Regeln für das Abkürzen der Schikane in Monza immer gleich. Die Strafe war vielleicht ein bisschen hart für einen so kleinen Fehler, aber wir waren alle vorgewarnt und deshalb gaben wir uns auch Mühe, die Regeln einzuhalten. Max hat sich nicht daran gehalten und musste dafür bezahlen. Ich bin auch in einer der Schikanen im zweiten Rennen über die Linie gefahren, aber ich ordnete mich wieder korrekt ein, um nicht dem gleichen Schicksal zu erliegen. Ich hatte, um ehrlich zu sein nicht das Gefühl, das die Leute feindlich gesinnt waren. Kein Zweifel, zwischen den rivalisierenden italienischen Fans lag Spannung in der Luft, aber sie begrüßten mich sehr freundlich auf dem Podium und auch später im Fahrerlager."


Was magst du am Miller Motorsports Park und ist er ähnlich zu irgendeiner europäischen Strecke?

"Miller Motorsports Park passt genau zu meinem Fahrstil, besonders die ersten flüssigen Kurven zu Beginn der Runde. Deshalb erinnert mich die Strecke ein bisschen an Assen, aber Miller Motorsports Park ist eine wirklich einzigartige Strecke. Es gibt keine andere Strecke in unserem Kalender mit einem Abschnitt wie The Attitudes! Dieser links-rechts-links-Komplex bedeutet harte Arbeit und es ist sehr wichtig, da genau die Linie zu halten, damit man mit dem Motorrad nicht die hohen Kerbs an der Seite berührt. Ich kann mir nach dem Doppelsieg in Monza keine bessere Strecke vorstellen. Ich bin zuversichtlich, dass ich in der USA wieder auf dem Podium landen kann und hoffentlich kann ich mich in den nächsten Runden in den Titelkampf einbringen."